Schnuller für Neugeborene

Babys besitzen immer einen Saugreflex, den es gilt, zufriedenzustellen. Bereits im Mutterleib lutschen die meisten Sprösslinge an ihrem Daumen und trainieren so schon im Bauch für das Saugen an der Brust, denn der Saugreflex ist für die Nahrungsaufnahme da. Mit ihm nimmt das Baby beim Stillen die Nahrung auf. Aufgrund dessen hat der reine Saugreflex einen beruhigenden Effekt auf das Neugeborene, selbst dann, wenn es dabei keine Nahrung aufnimmt und lediglich am Daumen oder dem Schnuller nuckelt.


Schnuller für Neugeborene

Besonders bei Neugeborenen findet weinen oft seine Ursache im nicht ausgeführten Saugreflex. Das Kind muss keinen Hunger haben, es geht rein um das Ausführen des Saugreflexes. Dann muss ein Baby an seinem Schnuller nuckeln oder an die Mutterbrust angelegt werden. Auf die meisten Säuglinge hat dies augenblicklich einen Beruhigungseffekt.


Dennoch heißt das nicht, dass sofort zum Nuckel gegriffen werden soll, wenn das Baby schreit. Auch wenn das die einfachste Möglichkeit ist, das Baby ruhig zu stellen, ist das nicht grundlegend Sinn und Zweck der Sache. Auf das Neugeborene muss unbedingt ausgiebig eingegangen werden, damit dessen Bedürfnisse und Körpersprache kennengelernt werden. Ein Schnuller ist vielmehr dafür da um in Augenblicken, wo zum Beispiel keine Möglichkeit des Stillens besteht, zu beruhigen. Ebenso, wie wenn das Baby leichtes Bauchweh hat oder die Umgebung unruhig ist. So kann es mit dem Schnuller den Saugreflex ausüben und sich beruhigen oder sogar einschlafen.


Ab wann und wie lange können Schnuller verwendet werden?

Generell wird der Schnuller erst ab dem ersten Lebensmonat empfohlen. Bis dahin sollte das Baby lediglich an der Mutterbrust saugen und lernen mit dieser umzugehen, denn das Saugen an der Brust und am Schnuller funktioniert unterschiedlich.

Egal ob es sich nur um den Schnuller handelt oder gar um Sauger von Babyflaschen – alle können das Baby verwirren. Wird die Mutterbrust angewendet, ist es besonders kompliziert für das Baby. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft bei Brustfütterung dem Baby im ersten Monat weder zusätzlich eine Flasche, noch Schnuller zu geben, da es sonst dazu führen kann, dass das Neugeborene die Mutterbrust verweigert. Lernt es im ersten Monat ausschließlich die Mutterbrust kennen, hat es Zeit zu begreifen, dass dies die Milchquelle ist. Dann können auch zusätzlich Beruhigungsschnuller gegeben werden.

Darauf sollte geachtet werden

Wenn das Kind am Daumen nuckeln kann, weshalb dann Schnuller? Ganz einfach, weil der Daumen nicht optimal geformt ist und für Verformungen des Kiefers verantwortlich sein kann. Außerdem kann es so passieren, dass die Zähne im späteren Verlauf Fehlstellungen entwickeln.

Ein optimaler Schnuller muss kiefergerecht geformt sein und sollte im besten Fall aus geschmeidigem, flexiblem Latex bestehen. Kommen die ersten Zähne, ist es wichtig auf deren Stellung zu achten, um sicherzugehen, ob die bisherige Schnuller-Verwendung optimal war. Wenn die Zähne schief wachsen, gilt es die Ursache herauszufinden. Die Schuld kann unter anderem ein ungeeigneter Schnuller tragen.

Ebenfalls wichtig ist es, den Nuckel nicht zu häufig zu verwenden, nicht bei jedem Ningeln dem Kind zu geben und auch später nicht auf jedes Verlangen nach dem Nuckel nachzugeben. Es ist wichtig schon ab der Geburt, das Baby auch ohne Nuckel im Mund artikulieren lassen. Das ist für die Sprachentwicklung wichtig. Wird der Nuckel zu häufig angewendet, kann es passieren, dass das Kind lispelt oder andere Sprachfehler entwickelt.

Am einfachsten ist es den Nuckel nicht aus Gewohnheit dem Kind zu geben, sondern nur, wenn es nötig ist und auch dann nur für eine kurze Zeit. Das vermeidet Verzögerungen und Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung und erleichtert später die Entwöhnung. Empfohlen wird ab spätestens dem zweiten Lebensjahr eine Entwöhnung zu beginnen.

Das sollte man beim Kauf von Schnullern beachten

Generell sollte beim Kauf von Schnullern auf verschiedene Kriterien geachtet werden. Diese sind:
  • das Material
  • die Form
  • die Altersempfehlung
  • sowie das Design.

Es ist außerdem ratsam, auf Rezensionen und Erfahrungsberichte zu achten.

Material

Schnuller werden aus Silikon oder Latex hergestellt. Latex hat den Vorteil, dass er keinen Staub anzieht und sich nicht statisch aufladen kann. Dafür hat es den Nachteil, dass es deutlich hitzeempfindlicher ist als Silikon, was besonders beim Sterilisieren und in Sachen Langlebigkeit eine große Rolle spielt.

Was auch besonders wichtig ist, dass die Materialien aus welchen die Nuckel bestehen, BPA frei sind. Bisphenol A ist eine Chemikalie, die hormonell wirksam ist. Sie kommt in vielen Artikeln aus Kunststoff vor. Enthält ein Schnuller BPA und saugt ein Kind ständig an diesem Schnuller, kann es zu einer Überaufnahme des Stoffes kommen, was wiederum zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann.

Form

Schnuller ist nicht gleich Schnuller, denn diese gibt es aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Formen. Die verschiedenen Formen sind nicht nur herstellerabhängig, sondern auch funktionsabhängig.

Zahn- und Kieferfehlstellungen werden durch kieferangepasste Schnullerformen vermieden, da diese der Zunge genügend Platz bieten und beim Schlucken weniger stören. Runde Formen verhindern die Verwirrung des Säuglings die entstehen kann, wenn er zwischen Mutterbrust und Saugern wechselt.

Es gibt auch symmetrische Formen, bei denen die obere Seite ebenso wie die untere gleich sind und somit immer richtig herum liegen. Zur Schnullerform gehört auch das Schnullerschild, welches ebenfalls eine große Rolle spielen kann. Das gilt besonders in Hinsicht auf die Haut um den Mund herum. Es ist wichtig, dass unter dem Schnullerschild die Haut ausreichend zirkulieren kann. Entsprechend besitzt ein guter Schnuller ein abgerundetes Schild. Ein Vorteil können auch Noppen sein, die sich auf der Innenseite des Schildes befinden. Ist das Schild nicht gut genug abgerundet und liegt zu nah an, kann es zu Hautirritationen kommen.

Altersempfehlung:

Natürlich spielt auch die Altersempfehlung, also die Größe des Schnullers eine Rolle. Es sollte immer ein angemessener Schnuller benutzt werden. Für Neugeborene sollten zum Beispiel keine Schnuller für Babys über 6 Monate verwendet werden. In diesem Fall wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht angenehm für das Kind, den Nuckel im Mund zu behalten, außerdem könnte auch dies später zu Fehlstellungen führen.

Generell gibt es diese Schnullergrößen Kategorien:

  • 0 bis 6 Monate
  • 6 bis 18 Monate
  • ab 18 Monate

Design

Das Design spielt weniger für das Baby eine Rolle, als für die Eltern. Ein schöner und niedlicher Schnuller wird aber immer besser angenommen als ein schlichter Schnuller, der ohne Motiv und in dunklen oder farblich schwachen Farben gehalten ist.

Rezensionen/Erfahrungsberichte

Wenn ein Kauf lange überlegt wird oder gar online erfolgen soll, ist es ratsam, nach Erfahrungsberichten und Rezensionen zu suchen. Wie man an Bewertungen sehen kann, gibt es bei Schnullern große Unterschiede, besonders bei Neugeborenen. Manche Formen und Arten werden generell nur schlecht angenommen, andere wiederum werden von fast jedem Baby freudig benutzt. Auch die Haltbarkeit und allgemein die Eigenschaften, die bei der Pflege, Reinigung und Benutzung eine Rolle spielen, sind oft Thema von Rezensionen und Erfahrungsberichten. Hier kann man sich gut von anderen Müttern beraten lassen.

Probleme beim Stillen

Wechselt das Baby zwischen Flasche, Schnuller und Mutterbrust, kann das dazu führen, dass der Säugling die Brustwarzen beim Stillen nicht mehr richtig umschließt. Das kann dazu führen, dass das Baby spuckt, die Brustwarzen wund werden oder es zu einem Milchstau kommt. Das kann für das Baby stressig und die Mutter schmerzhaft sein. Kommt es zu so einem Fall, muss aber nicht gleich Panik entstehen, denn meist können Hebammen gut helfen diese Beschwerden wieder loszuwerden. Generell vermeiden kann man sie bereits im Vornherein, indem man in den ersten Tagen und Wochen lediglich die Brust anbietet und erst später einen Schnuller und die Flasche verwendet.

Welche Form ist die richtige für das Baby?

Welche Schnullerform die richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen, denn es gibt die verschiedenen Formen nicht einfach nur so. Jedes Baby nimmt jede Form anders an. Es gilt herauszufinden, welche Schnullerform der eigene Sprössling annimmt. Diese sollte dann auch weiterhin benutzt werden. Es sollte nicht versucht werden dem Baby eine Schnuller- oder Saugerform aufzudrängen, denn das Baby selbst weiß am besten, welche ihm am besten gefällt. Hier gilt: Ausprobieren und Geduld haben!

Schnuller, der Retter in der Not

Viele verstehen nicht den Sinn und Zweck eines Schnullers und nutzen diesen als Retter in der Not – wobei die Not hier oft vielfach am Tag entsteht und meist nur eine Kleinigkeit ist. Bei vielen Familien läuft es so, dass der Schnuller in den Mund gesteckt wird, sobald das Baby diesen aufmacht und beginnt zu schreien. Ein Schnuller ist aber keine Lösung für alles und sollte schon gar nicht ein Dauerzustand sein.

Es sollte auch viel Wert auf Beruhigung durch körperliche Nähe gelegt werden. Der Schnuller selbst ist lediglich eine Unterstützung und sollte nicht als Allzwecklösung verwendet werden Generell können Schnuller bereits bei Neugeborenen ab der ersten Lebenswoche verwendet werden. Damit das Baby aber erst mal lernen kann, dass die Milch aus der Brust oder Flasche kommt und sich an die Brustwarze oder den Sauger gewöhnen kann, ist es ratsam, Schnuller erst nach Vollendung des ersten Lebensmonats zu verwenden. So werden Verwirrungen und Stillprobleme vermieden.

Welcher Schnuller der richtige ist, kann nicht pauschal gesagt werden, denn jedes Baby mag andere Formen und Arten. An diesem Punkt muss ausprobiert und beobachtet.